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Hilft Akupunktur bei Rückenschmerzen?

Den endlosen Gründen für die Entstehung von Rückenschmerzen stehen ebenso viele Behandlungsmethoden gegenüber. Ob nun klassisches Training zur Stärkung des Rückens oder die aktuell im Trend liegende Yoga-Praxis, viele Behandlungsmethoden setzen aktive Bewegung voraus. Eine traditionelle Form der „passiven“ Schmerztherapie bei Rückenschmerzen ist Akupunktur. Diese wollen wir in diesem Artikel vorstellen.

Inhaltsverzeichnis

  1. Was ist Akupunktur?
  2. Wofür wird Akupunktur normalerweise eingesetzt?
  3. Wann und wie kann Akupunktur bei Rückenschmerzen helfen?
  4. Gibt es spezielle Akupunkturpunkte bei Rückenschmerzen?
  5. Wie unterscheiden sich verschiedene Formen der Akupunktur?
  6. Wie hoch sind die Akupunktur Kosten?

1. Was ist Akupunktur?

Akupunktur ist eine Behandlungsmethode der ganzheitlichen Medizin. Doch was bedeutet der Begriff ganzheitliche Medizin überhaupt? Eine eindeutige Definition gibt es keine, vielmehr sammeln sich unter dieser Bezeichnung Methoden und Behandlungen, die sich von denen der klassischen Schulmedizin abgrenzen.

Das bedeutet, dass der Patient als Produkt seiner Lebensumstände gesehen wird und jeder Behandlung eine umfassende Anamnese vorausgeht. Der Fokus ganzheitlicher Mediziner liegt auf einer kausalen Therapie, die meist ohne Medikamente auskommt.

Die ursprüngliche Form der Akupunktur stammt aus der traditionellen chinesischen Medizin (TCM). Dieses ganzheitliche System aus Behandlungs- und Diagnosemethoden beruht auf einer langen Geschichte und den Erfahrungen aus der fernöstlichen Naturheilpraxis. Ganzheitlich ist es auch deshalb, weil die Balance aus Yin und Yang das oberste Ziel aller Maßnahmen der TCM ist.

Das Prinzip von Yin und Yang

Yin und Yang stellen dabei zwei sich voneinander abhängige Gegensätze dar. Yang stellt die aktive, impulsive Komponente dar, wohingegen Yin die passive und introvertierte Komponente bildet. Diese Balance lässt sich auf viele Alltagsbegriffe anwenden:

  • Tag und Nacht
  • Licht und Dunkelheit
  • Bewegung und Stille

Dies sind nur einige Begriffspaare, denen Yin und Yang zugrunde liegen. Das Prinzip ist dabei stets, dass die Gegensätze klar abgegrenzt sein mögen, nimmt eine Seite jedoch überhand, wird das System als Ganzes gestört.

Aus diesem Grund können TCM und Akupunktur eine interessante Ergänzung zu konventioneller bzw. westlicher Medizin sein. Akupunktur bezeichnet dabei eine Technik, bei der mit Edelstahlnadeln entlang von Energiebahnen (sog. Meridiane) in fest definierte Akupunkturpunkte gestochen wird.

Dahinter steht die Überzeugung, dass sämtliche Krankheitsbilder auf einen gestörten Energiefluss zurückzuführen sind. Durch das Akupunktieren soll der Energiefluss angeregt werden. Ziele sind das Lindern von Beschwerden, sowie die Steigerung des körperlichen Wohlbefindens.

2. Wofür wird Akupunktur normalerweise eingesetzt?

Die typischen Einsatzgebiete für Akupunktur sind dabei:

Grundsätzlich eignen sich nahezu alle Krankheitsbilder für eine Akupunkturtherapie. Diese ist bei den meisten Krankheiten jedoch keine alleinige Lösung, sondern lässt sich als gute Ergänzung zu westlicher Medizin sehen.

Je nach Körperbereich und individueller Wahrnehmung wird bei der Akupunktur oftmals ein Kribbeln oder Drücken verspürt. Ebenso kann sich die Behandlung wie eine Abfolge kleiner elektrischer Schocks anfühlen und sogar muskelkaterartige Symptome verursachen.

3. Wann und wie kann Akupunktur bei Rückenschmerzen helfen?

Gerade als Schmerztherapie kann Akupunktur bei Rückenschmerzen helfen. Doch anders als bei manchen konventionellen Diagnosemethoden, wird vor Beginn der Behandlung eine ausführliche Anamnese der Symptome und Lebensumstände des Betroffenen vorgenommen. So kann die Akupunkturtherapie auf die verschiedensten Ursachen eingehen:

  • Persönlichkeit und Lebensweise, z.B. berufliche Belastung
  • Ernährung
  • Vorerkrankungen
  • weitere Ursachen für Dysbalancen

Dadurch können auch Rückenprobleme, deren Ursache komplexerer Natur ist, behandelt werden. Deshalb wählen viele Patienten, die unter akuten Rückenschmerzen leiden oder stark von chronischen Beschwerden geplagt werden, Akupunktur als Ergänzung zu bereits bestehenden Therapieformen. Als effektives Mittel gegen Rückenschmerzen hat Akupunktur dabei vier grundsätzliche Wirkungsweisen:

Glückshormone: Der Körper wird angeregt Substanzen wie beispielsweise Endorphine zu produzieren. Häufig als Glückshormone bezeichnet, wirken diese lindernd gegen Schmerz. Dieser Effekt ähnelt dem Glücksempfinden nach dem Essen von Schokolade oder einer Rückenmassage.

Nervenzellen: Die Synapsen von Nerven- oder Muskelzellen werden positiv beeinflusst. Das bedeutet, dass Zellen, die für die Schmerzkontrolle, aber auch Übertragung wichtig sind, aus- oder angeschalten werden.

Reflexwirkung: Oftmals sind regelrechte Kettenreaktionen für die Probleme verantwortlich. Da Akupunktur entspannend auf alle Bereiche unseres Körpers wirkt, kann diesen tiefer liegenden Problemen auf den Grund gegangen werden. Sogenannte Reflexwirkungen sind verantwortlich für die Lösung komplexerer Rückenprobleme. Beispielsweise können Zahnprobleme oder Verspannungen des Kiefers für eine Fehlhaltung und Verspannung des Rückens sorgen. Die Akupunktur kann die Ursache hierbei direkt an der Wurzel angehen.

Bioelektrischer Ausgleich: Unser Nervensystem, aber auch alle Muskeln stehen sprichwörtlich unter Strom. Durch die Punktierung während einer Akupunktur werden diese Ladungen gesteuert und verändert. Das Ziel dieser gezielten Manipulation ist es, die Durchblutung in gewissen Körperregionen zu verbessern. Gerade Sportler nutzen diesen Effekt oft zur Unterstützung von Rehabilitationsmaßnahmen oder der Beschleunigung des Regenerationsprozesses.

4. Gibt es spezielle Akupunkturpunkte bei Rückenschmerzen?

Grundsätzlich definieren TCM-Praktiker eine Vielzahl an Energie leitenden Bahnen im Körper. Entlang dieser Meridiane werden dabei ca. 350 Punkte definiert. Diese sind exakt lokalisiert und werden entweder als Shu („Ort des Transports“) oder als Xue („Loch“, „Vertiefung“) bezeichnet.

Dabei sind nicht zwingend Nadeln zur Stimulierung der Akupunkturpunkte notwendig. Nahezu alle lassen sich auch mit dem Finger triggern, d.h. diese lassen sich auch durch großflächigeren Druck ansprechen. Sie liegen dabei relativ nah an Muskeln, Sehnen oder Knochen.

5. Wie unterscheiden sich die verschiedenen Formen der Akupunktur?

Prinzipiell sind alle Akupunkturarten sehr ähnlich, da die Grundlage stets die klassifizierten Akupunkturpunkte nach der traditionellen chinesischen Medizin sind. So wird beispielsweise Akupunktur in der Schwangerschaft vor allem zur Schmerzlinderung und auf keinen Fall stimulierend eingesetzt.

Eine, vor allem bei Erkrankungen innerer Organe sehr häufig eingesetzte Form, ist die Ohrakupunktur. Für die TCM stellen das Ohr und die darin befindlichen Nerven ein Abbild des Körpers dar.

Deshalb können über die Akupunktur viele Therapien gesteuert und Reflexwirkungen initiiert werden. Dabei werden für die Ohrakupunktur, anders als bei tiefer liegenden Muskel- und Gelenkbereichen, kürzere Nadeln verwandt.

6. Wie hoch sind die Akupunkturkosten im Regelfall?

Die gute Nachricht vorne weg: Viele Krankenkassen bezahlen bereits seit 2007 die Kosten einer Akupunkturbehandlung. Wie bei vielen Leistungen der Krankenkassen müssen dafür einige Kriterien gegeben sein, die sich teilweise von Krankenkasse zu Krankenkasse unterscheiden:

  • Die Schmerzen müssen schon seit einiger Zeit, meist sind es mindestens sechs Monate, bestehen.
  • Die Therapie muss Teil einer Schmerztherapie für fest definierte Krankheitsbilder, z.B. bei Rücken- oder Knieschmerzen durch Arthrose, sein.
  • Der behandelnde Arzt muss über eine entsprechende Zusatzausbildung verfügen und Vertragsarzt der Krankenkasse sein.
  • Eine Übernahme der Kosten erfolgt für maximal zehn Sitzungen im Jahr (alle 12 Monate).

Für Privatversicherte, aber auch Selbstzahler, richten sich die Akupunkturkosten regelmäßig nach der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ). Gerade Personen in Berufen, die dem Rücken schaden können, nehmen dies in Anspruch. Die Kosten für Akupunktur können sich demnach zwar ändern, momentan belaufen sie sich jedoch auf 46,92 € pro Behandlung.