Kurz erklärt: Betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM) ist die systematische Steuerung aller betrieblichen Maßnahmen, die die Gesundheit der Beschäftigten erhalten und fördern. Dazu gehören gesundheitsgerechte Arbeitsbedingungen, Angebote zur Gesundheitsförderung und die Wiedereingliederung nach längerer Krankheit. Ein gutes BGM folgt einem festen Ablauf aus Analyse, Planung, Umsetzung und Erfolgskontrolle.
Was ist betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM)?
Betriebliches Gesundheitsmanagement bündelt alle Aktivitäten eines Unternehmens rund um die Gesundheit seiner Mitarbeitenden in einem gesteuerten Prozess. Im Unterschied zu einzelnen, spontanen Aktionen hat BGM klare Ziele, feste Verantwortlichkeiten, ein Budget und eine regelmäßige Erfolgsmessung. Es richtet sich sowohl auf das Verhalten der Beschäftigten (zum Beispiel Bewegung, Entspannung, Ernährung) als auch auf die Verhältnisse im Betrieb (zum Beispiel Arbeitsplatzgestaltung, Arbeitsorganisation, Führung).
BGM, BGF, BEM und Arbeitsschutz: die Abgrenzung
BGM ist der Oberbegriff. Darunter stehen drei Bausteine, die oft verwechselt werden:
- Arbeits- und Gesundheitsschutz: gesetzlich vorgeschrieben, zum Beispiel die Gefährdungsbeurteilung und die arbeitsmedizinische Vorsorge.
- Betriebliche Gesundheitsförderung (BGF): freiwillige Angebote, die Gesundheit stärken, etwa Massage am Arbeitsplatz, Rückenkurse oder ein Gesundheitstag. Mehr dazu im Ratgeber Betriebliche Gesundheitsförderung.
- Betriebliches Eingliederungsmanagement (BEM): gesetzlich vorgeschrieben für Beschäftigte, die innerhalb eines Jahres länger als sechs Wochen arbeitsunfähig waren.
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Rechtlicher Rahmen: Was ist Pflicht, was ist freiwillig?
Ein BGM als Ganzes ist in Deutschland nicht gesetzlich vorgeschrieben. Einzelne Bausteine sind aber Pflicht für Arbeitgeber:
- Arbeitsschutzgesetz (§ 5 ArbSchG): Arbeitgeber müssen die Gefährdungen am Arbeitsplatz beurteilen. Seit 2013 gehören ausdrücklich auch psychische Belastungen dazu.
- Betriebliches Eingliederungsmanagement (§ 167 Abs. 2 SGB IX): Wer innerhalb von zwölf Monaten länger als sechs Wochen ununterbrochen oder wiederholt arbeitsunfähig war, muss ein BEM angeboten bekommen.
- Arbeitsmedizinische Vorsorge (ArbMedVV): Je nach Tätigkeit muss der Arbeitgeber Vorsorge veranlassen oder anbieten.
Freiwillig ist dagegen die betriebliche Gesundheitsförderung. Hier unterstützen die gesetzlichen Krankenkassen Unternehmen nach § 20b SGB V, zum Beispiel bei der Analyse, Beratung und Umsetzung von Maßnahmen. Fragen Sie bei der Krankenkasse Ihrer Beschäftigten nach den konkreten Angeboten.
Warum sich betriebliches Gesundheitsmanagement für Unternehmen lohnt
To-Do Listen dominieren den oft hektischen Betrieb im Alltag und dabei stehen Entspannung und eine gesunde Work-Life-Balance oft an letzter Stelle. Um konzentriert und produktiv zu bleiben, ist es wichtig auch kleine Momente der Ruhe und Erholung einzubauen. Stundenlang in einer Position vor dem Bildschirm auszuharren, ist ein Nachteil moderner Arbeit.
Wir arbeiten fokussierter, wenn wir uns während des Arbeitstages auch mal eine Auszeit gönnen. Maßnahmen zur Gesundheitsförderung können wahre Wunder, für die Effizienz und Wahrnehmung Ihres Unternehmens bewirken. Deshalb finden Sie hier fünf gute Gründe für Gesundheitsprävention und betriebliches Gesundheitsmanagement.
Wozu betriebliches Gesundheitsmanagement?
War es früher die alljährliche Grippesaison, die für einen erhöhten Krankenstand sorgte, sind es heute vor allem Rückenschmerzen aber auch psychische Erkrankungen, die vormals gesunde Mitarbeiter in die Waagerechte zwingen. Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Konzentrationsschwäche und Erschöpfung, sind weitere Begleiterscheinungen angeschlagener Gesundheit.
Experten sind sich einig: Im Anbetracht des demografischen Wandels, müssen sich auch Unternehmen und deren Management mit Gesundheitsprävention beschäftigen. Wissenschaftlich beschäftigt sich mittlerweile auch ein eigenes Fachgebiet, Public Health, u.a. mit dem Thema BGM (Abk.: Betriebliches Gesundheitsmanagement) entwickelt Ansätze zur Prävention und Gesundheitsförderung.
Wie funktionieren Prävention und BGM?
Bereits 1986 hat die Weltgesundheitsorganisation WHO wichtige Grundsätze des betrieblichen Gesundheitsmanagement in der Ottawa-Charta festgehalten. Die Grundsätze sind klar: Gesundheitsförderung und Präventionsmaßnahmen machen ein gesundes und soziales Unternehmen aus. Sie verbessern die körperliche und psychische Gesundheit der Belegschaft, sorgen für Produktivität und Zufriedenheit.
Um das zu erreichen ist nicht immer eine Zertifizierung im Rahmen des DIN SPEC 91020 notwendig. Für Ihr Unternehmen ist im ersten Schritt lediglich wichtig, dass Sie sich professionelles Know-How dazu holen und ein erstes, kleines BGM Projekt starten.
Das Arbeitspensum ist nämlich nicht sofort einzudämmen, da Aufträge anstehen oder die Sommerferienzeit die Personaldecke kurzfristig ausdünnt. Doch bereits die Einführung von kleinen Maßnahmen, zur Gesundheitsprävention, können wahre Wunder wirken. So kann eine einmalige Eventmassage bereits zur Prävention von Rückenschmerzen beitragen und das Thema Gesundheit ins Bewusstsein Ihrer Mitarbeiter rücken.
Im nächsten Schritt kann ein professionell durchgeführtes BGM, für das Unternehmen, eine wahres Kostenersparnis darstellen. Dabei gilt: Jeder Cent, den Ihr Unternehmen in die Gesundheitsförderung investiert, rentiert sich und bringt Sie Ihrem Ziel etwas näher. So wird das betriebliche Gesundheitsmanagement seit 2008 auch steuerlich bevorteilt. Anbieter für mobile Gesundheitsprävention machen es kinderleicht erste Ziele zu erreichen. Die Einführung ist leicht, denn die Gesundheitsvorsorge kommt hier direkt an den Schreibtisch.
Was bringt betriebliches Gesundheitsmanagement?
Kurzes Entspannungsprogramm, lange Wirkung
Wer sich mit dem Thema Sport & Gesundheit auseinandersetzt, weiß es bereits: Schon 10 bis 15 Minuten reichen aus, um das Energielevel zu steigern und Entspannung in den hektischen Betrieb zu bringen. Die Umsetzung ist deshalb einfacher als es oft aussieht. So können sich auch eingespannte Führungskräfte ein paar Minuten pro Woche nehmen, um das Angebot zu nutzen.
Gesundheitsförderung steigert die Belastbarkeit
Studien belegen, dass Unternehmen, die das Wohlbefinden und die Gesundheit ihrer Mitarbeiter in den Fokus rücken, bemerkbar bessere Leistungen erzielen, da die Mitarbeiterproduktivität gesteigert wird. So kann regelmäßige Gesundheitsförderung, wie z.B. Yoga, die Belastbarkeit des Menschen im Arbeitsalltag erhöhen.
Dieser Faktor kann den wirtschaftlichen Erfolg Ihres Unternehmens positiv beeinflussen. Denn gerade während stressigen Projekten und unter schwierigen Arbeitsbedingungen, hilft eine kurze Auszeit, zum Beispiel in der Mittagspause, dass der Kopf wieder frei wird.
Betriebliches Gesundheitsmanagement reduziert dabei langfristig Fehlzeiten und beugt Berufskrankheiten vor. Gesundheitliche Aufklärung ist dabei ein Thema, dass weit über Raucherentwöhnung hinausgeht.
Schaffung einer attraktiven Arbeitgebermarke
Massagen, die wohl beliebteste BGM-Maßnahme, setzt beispielsweise Endorphine frei und senkt das Stresslevel. Das bedeutet gleichzeitig auch, dass Arbeitnehmer diese positiven Gefühle direkt auf Ihr Unternehmen übertragen. Wenn Sie etwa dafür sorgen, dass die Mittagspause regelmäßig durch wohltuende Massagen ergänzt wird, um müde Mitarbeiterschultern zu entlasten und den Kopf freizukriegen, wirkt sich das positiv auf die Art und Weise aus, wie über Ihr Unternehmen gesprochen wird.
Der Grund: Die Mitarbeiter fühlen sich wertgeschätzt und wahrgenommen. Außerdem werden potentielle Kandidaten die angenehme Atmosphäre im Unternehmen schon von vornherein zu schätzen wissen und Sie als den besten Arbeitgeber ansehen. Ein echtes Plus im Kampf um die besten Talente auf dem Arbeitsmarkt. Welche Mitarbeiter-Benefits für Gesundheit sich dafür eignen, zeigt unsere Übersicht.
Ablauf: BGM in 6 Schritten einführen
- Ziele und Verantwortliche festlegen: Geschäftsführung, HR, Betriebsrat, Fachkraft für Arbeitssicherheit und Betriebsarzt bilden einen Steuerkreis und vereinbaren Ziele und Budget.
- Ist-Analyse: Fehlzeiten, Gefährdungsbeurteilung und eine Mitarbeiterbefragung zeigen, wo die größten Belastungen liegen, zum Beispiel Rücken, Stress oder Schichtarbeit.
- Maßnahmen planen: Passend zur Analyse werden verhaltens- und verhältnisbezogene Maßnahmen ausgewählt und priorisiert.
- Umsetzen: Die Maßnahmen starten, idealerweise zuerst als Pilot an einem Standort oder in einer Abteilung. Wichtig ist eine gute interne Kommunikation.
- Erfolg messen: Teilnahme, Feedback und Kennzahlen werden ausgewertet und mit den Zielen verglichen.
- Verstetigen und verbessern: Was wirkt, wird fester Teil des Angebots. Der Kreislauf beginnt dann von vorn.
Eine kompakte Anleitung für den Start finden Sie im Ratgeber BGM-Konzept in 120 Minuten, Beispiele aus der Praxis unter BGM Best Practices.
Was kostet betriebliches Gesundheitsmanagement?
Die Kosten hängen stark von Unternehmensgröße, Zahl der Standorte und den gewählten Maßnahmen ab. Pauschale Summen sind deshalb wenig aussagekräftig. Diese Faktoren bestimmen das Budget:
- Umfang der Analyse und Beratung (intern oder mit externem Partner)
- Art der Maßnahmen (vor Ort, digital oder außerhalb des Betriebs)
- Häufigkeit der Termine und Zahl der Teilnehmenden
- Interner Aufwand für Organisation und Kommunikation
- Unterstützung durch die Krankenkassen nach § 20b SGB V
Einzelne Maßnahmen lassen sich gut kalkulieren: Eine Massage am Arbeitsplatz mit Wellnow gibt es ab 60 € netto. So können Sie mit einem überschaubaren Pilot starten und das Angebot später ausbauen.
Kennzahlen: So messen Sie den Erfolg
Nur was gemessen wird, lässt sich steuern. Bewährte Kennzahlen im BGM sind:
- Gesundheitsquote und Fehlzeiten: Entwicklung des Krankenstands über mehrere Jahre, getrennt nach Bereichen
- Teilnahmequote: Anteil der Beschäftigten, die Angebote nutzen
- Zufriedenheit: Feedback zu den Maßnahmen und Ergebnisse der Mitarbeiterbefragung
- Fluktuation und Arbeitgeberattraktivität: Kündigungsquote, Bewerbungen, Bewertungen auf Arbeitgeberportalen
- BEM-Fälle: Zahl und Verlauf der Eingliederungen
Wichtig: Fehlzeiten haben viele Ursachen. Werten Sie Kennzahlen deshalb über einen längeren Zeitraum aus und betrachten Sie sie gemeinsam.
Den passenden BGM-Anbieter auswählen
Viele Unternehmen setzen BGM mit externen Partnern um. Achten Sie bei der Auswahl auf diese Kriterien:
- Qualifikation der Fachkräfte, zum Beispiel Physiotherapeut:innen oder zertifizierte Kursleitende
- Bundesweite Verfügbarkeit, wenn Sie mehrere Standorte haben
- Flexible Formate für Büro, Produktion und Logistik
- Transparente Preise und einfache Buchung
- Auswertung und Reporting für Ihre Kennzahlen
Einen Überblick über den Markt gibt der Vergleich BGM-Anbieter: 15 Dienstleister im Vergleich. Antworten auf häufige Fragen finden Sie in den BGM FAQ.
BGM mit Wellnow: Gesundheit direkt am Arbeitsplatz
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